Meine Zeitreise an den Lago di Garda

Ich mag Listen. Beispielsweise meine zehn Lieblingsbücher im letzten Jahr (Americanah, Der Distelfink, Pionierin der Arktis …), Hotels, die ich besonders mag  (Le Meridien Hamburg, JW Marriott Phuket, Flushing Meadows München …) oder die Top Fünfzig der besten Filme ever. Neben „Es war einmal in Amerika“, „Manche mögen’s heiß“ oder „Die Kaktusblüte“ gehört für mich auch „Die Zeitmaschine“ aus dem Jahr 1960 dazu. Ich sah den Film das erste Mal mit elf Jahren und schaue ihn mir immer wieder gerne an. Damals wie heute fasziniert es mich, mit welcher Geschwindigkeit der Wissenschaftler George in den Zeiten umher reisen konnte und welche Abenteuer er dabei erlebte. Oft stellte ich mir vor, wie es wäre, solch eine Maschine zu besitzen und denke darüber nach, in welche Zeit ich am liebsten reisen würde.

Ein kleine, ganz reale Zeitreise ist es für mich immer, wenn ich mit meinem Mann und meiner Tochter Urlaub am Gardasee mache. Wir reisen in die 1960er Jahre. Kleine Ortschaften wie Lazise, Bardolino oder Gardone haben sich den Charme und die Grandezza der damaligen Zeit bewahrt. Liebevoll werden rote und weiße Geranien auf den Fensterbänken und Zitronen- und Limettenbäumchen im Garten gehegt und gepflegt. In den verwinkelten Gassen sitzen würdige Signore vor ihren Häusern und an den quirligen Plätzen am See warten Porträtmaler auf Arbeit, während Fischer in ihren bunt gestrichenen Booten die Netze flicken.

So wie die Menschen am Gardasee ihre Traditionen wahren, bewahren wir uns unsere liebgewonnenen Urlaubsgewohnheiten. Wir schlendern am frühen Abend in den Ort Lazise, mischen uns unter’s bunte Touristenvolk und nehmen gerne Platz in einem unserer Lieblingsrestaurants, zum Beispiel dem  Classique. Aus der Küche duftet es wie immer verführerisch nach Fisch, Trüffeln und frischen Kräutern und während wir unseren Lugana trinken und zusehen, wie der letzte Lichtstreif am Horizont versinkt, spüren wir, wie von einer Sekunde auf die andere die Erholung einsetzt. Die Zeit tröpfelt vor sich und man bekommt eine Idee, warum in den 60er-Jahren Sommer für Sommer eine Blechlawine aus Käfern und Kadetts Richtung Brenner-Pass rollte und die Fangemeinde von Jahr zu Jahr immer größer wurde.

Meine absolute Lago-di-Garda-To-do-Liste:

# Leckeres Eis in Bardolino/Lazise

Eine schwere Entscheidung: Cristallo in Bardolino oder La Cremeria in Lazise? Am besten abwechselnd genießen, denn in beiden Eisdielen sind die Sorten außergewöhnlich lecker. (Jeweils zu finden in der Ortsmitte am See.)

# Fisch vom Feinsten in Lazise

Mit Blick auf den alten Hafen von Lazise ist die Taverna Oreste bereits seit 1907 ein Wahrzeichen für Liebhaber von Meeresfrüchten. Traditionelle, kreative Gerichte mit fangfrischem Fisch aus dem See – ein Traum!

# Sandstrand und Palmen in Desenzano

Sandstrände sind am Lago Mangelware. Eine Ausnahme ist der Coco Beach-Club in Desenzano an der Südwestküste. Entspannt genießt man den Blick auf den See, am Mittags die Pasta im Restaurant und am Abend die chillige Musik mit einem Longdrink oder zwei …

# Der Schönste Hafen in Torri del Benaco

In der Mitte des östlichen Ufers und von malerischen Olivenhainen umgeben, zählt der Hafen mit seinen typischen Fischerhäusern und einem netten Kirchlein zu den schönsten Ecken im Ort. Gleich nebenan befindet sich die malerische Skaliger-Burg, die auch das Wahrzeichen der Stadt ist.

# Malerische Badebucht

In der Bucht von Manerba mit der vorgelagerten Insel San Biagio – im Volksmund Haseninsel genannt – kann man ganze Nachmittage mit Schwimmen und Tauchen im glasklaren Wasser verbringen. Dorthin kommt man am besten per Boot (zu mieten z. B. bei Garda Charter in Lazise; mit und ohne Bootsführerschein möglich).

# Schönstes Hotel

Wir sind begeistert vom Corte Valier in Lazise. Schön eingerichtete, moderne Zimmer mit Blick auf den See, eine Bar mit Terrasse und Panoramaaussicht. Der Außen- und Innenpool, gelegen in einem wunderschön angelegten Garten, die Wellness-Oase mit Sportraum und ein gutes Restaurant sind natürlich auch dabei.

Lago di Garda – Ostseite

 

Lago di Garda – Westseite

 

Autor:

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50+ und alt genug, um zu wissen, was ihr wirklich wichtig ist: sich nicht vom grauen Alltag überwältigen lassen, sondern bewusst die schönen Dinge und glücklichen Momente genießen, die jeden Tag versüßen können. Auch Montage. Lebefrau mit Lebenslust. Motto: Aus Grau mach Blau!