Das Blusenwunder, Teil 2

Lange galt mir die Bluse als spießig und war nur angesagt, wenn beruflich etwas Wichtiges anstand oder traditionelle Familienfeste zu absolvieren waren. Einziges Zugeständnis war für mich ein weißes Hemd mit aufgestickter schwarzer Rose, das ich meinem Vater gelegentlich aus seinem Schrank stibitzte und das mir fast bis zu den Knien reichte. Wie mag das wohl ausgesehen haben, ich möchte es mir lieber nicht ausmalen..

Die Zeiten ändern sich und mittlerweile ist die Bluse ein echter Klassiker, der wunderbar und variantenreich in unterschiedliche Outfits eingebaut werden kann. Sportlich, lässig oder elegant, für mich gilt lediglich die Fashion-Regel: Weite Bluse, schmales Unterteil und umgekehrt, dann kann man eigentlich nichts falsch machen.

Ursprünglich abstammend vom Herrenhemd, war die Bluse eigentlich den Adligen und gut Betuchten vorbehalten. Sie galt als Statussymbol, denn wer ein weißes Hemd trug, der machte sich bei der Arbeit nicht die Hände schmutzig. Wie ein Chamäleon durchlief die Bluse dann die verschiedensten Stadien von den 1970er Jahren mit langem, spitzem Kragen über die 80er mit Steh- oder Bundkragen und Schulterpolstern. Frisch angekommen im neuen Jahrtausend kamen dann die längeren Hemden mit Oversized-Schnitten ins Spiel. Heute geht alles: Seidenbluse mit Schluppen, weißes Boyfriend-Hemd, Tunika-Bluse im Hippie-Look oder ein Casual-Jeanshemd… Und wer wissen will, ob er gerade ein Hemd oder Bluse trägt, der beachte folgenden Unterschied: Hemden werden von links nach rechts geknöpft, Blusen von rechts nach links. Eine Idee der Bekleidungsindustrie, die sich das ausdachte, um die Schnittteile für Männer und Frauen besser auseinanderzuhalten.

Caro zeigt mal wieder ihre Varianz mit ihren beiden Outfits: Hellblaues Hemd zu grüner Lodenjacke und weiße Bluse zu einem Longblazer in Rose Quartz. Beides im Minimal-Look, schlicht, markant und dennoch prägnant.

 

 

 

Autorin:

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Heike
Immer auf der Suche nach guten Geschichten und spannenden Aussichten. Gerne reisen und noch lieber genießen. Die schönen Dinge und glücklichen Momente des Lebens im Auge behalten und dabei nicht den Blick fürs Wesentliche verlieren. Motto: Lebe lieber unperfekt.